Ratgeber
Putz Verbrauch pro qm: Menge für Innen- und Außenputz berechnen
Fläche mal Schichtdicke in Millimetern mal Verbrauchskennwert ergibt die Kilogramm. Gipsputz liegt bei 0,9, Kalkzementputz bei 1,4 Kilogramm je Quadratmeter und Millimeter.
Kurz gefasst
Innen rechnest du mit 10 Millimetern Schichtdicke, außen mit 15 bis 20 Millimetern. Für Gipsputz innen sind das rund 9 Kilogramm je Quadratmeter, für Kalkzementputz außen 21 bis 28 Kilogramm. Ein Raum mit 4 mal 5 Metern und 2,50 Metern Höhe hat rund 41 Quadratmeter Wandfläche und braucht etwa 369 Kilogramm Gipsputz. Auf rauem oder stark saugendem Untergrund kommen bis zu 20 Prozent dazu.
Der Kennwert ist bei Putz derselbe wie bei Spachtelmasse, nur die Schichtdicken sind größer. Und weil außen doppelt so dick geputzt wird, verdoppelt sich dort auch die Menge.
braucht Gipsputz innen bei 10 Millimetern. Kalkzementputz außen kommt bei 20 Millimetern auf 28 Kilogramm.
sind die üblichen Schichtdicken. Auf Mauerwerk mit tiefen Fugen wird es innen schnell mehr.
auf rauem, saugendem Untergrund wie Porenbeton, altem Ziegel oder Bruchstein.
So rechnest du den Putzbedarf
Drei Schritte reichen: Fläche bestimmen, Schichtdicke festlegen, mit dem Kennwert multiplizieren.
Menge in kg = Wandfläche in m² × Schichtdicke in mm × Kennwert in kg/(m²·mm)
Sackzahl = Menge in kg ÷ Sackgewicht, immer aufrunden
Die Fläche ermittelst du wie beim Streichen: Umfang mal Höhe, dann Fenster und Türen abziehen. Wie das genau geht, steht im Beitrag Wandfläche berechnen. Anders als beim Streichen ziehst du beim Putz die Leibungen aber nicht komplett ab, denn die Fensterlaibung wird mitgeputzt und verbraucht Material.
Verbrauchskennwerte der gängigen Putzarten
Der Kennwert entspricht grob der Rohdichte des angemischten Materials. Leichte Bindemittel wie Gips brauchen weniger Kilogramm für dasselbe Volumen.
| Putzart | Kennwert | bei 10 mm | bei 15 mm | bei 20 mm |
|---|---|---|---|---|
| Gipsputz | 0,9 kg/m²/mm | 9 kg/m² | 13,5 kg/m² | 18 kg/m² |
| Gips-Kalk-Putz | 1,0 kg/m²/mm | 10 kg/m² | 15 kg/m² | 20 kg/m² |
| Kalkputz | 1,3 kg/m²/mm | 13 kg/m² | 19,5 kg/m² | 26 kg/m² |
| Kalkzementputz | 1,4 kg/m²/mm | 14 kg/m² | 21 kg/m² | 28 kg/m² |
| Lehmputz | 1,5 kg/m²/mm | 15 kg/m² | 22,5 kg/m² | 30 kg/m² |
| Zementputz | 1,6 kg/m²/mm | 16 kg/m² | 24 kg/m² | 32 kg/m² |
Leichtputze mit Perlite oder Blähton liegen deutlich darunter, teils bei 0,7 bis 1,0. Bei diesen Produkten steht die Ergiebigkeit in Litern auf dem Sack, nicht in Kilogramm. Rechne dann über das Volumen: Fläche mal Schichtdicke in Metern ergibt Kubikmeter, mal 1.000 ergibt Liter.
Welche Schichtdicke ist üblich?
Innen und außen unterscheiden sich stark, weil der Außenputz zusätzlich Schlagregen abhalten muss.
- Innenputz auf Mauerwerk: 10 bis 15 Millimeter, mindestens 10
- Innenputz auf Beton: 5 bis 8 Millimeter, glatter Untergrund
- Deckenputz: 5 bis 10 Millimeter
- Außenputz, Unterputz: 15 bis 20 Millimeter
- Außenputz, Oberputz: je nach Körnung 2 bis 5 Millimeter zusätzlich
Zwei Punkte werden regelmäßig unterschätzt. Erstens: Ein Mauerwerk mit tiefen oder unregelmäßigen Fugen schluckt zusätzliches Material, weil der Putz die Fugen erst füllen muss. Zweitens: Bei schiefen Wänden richtet sich die Dicke nach dem höchsten Punkt, alles andere wird dicker.
Rechenbeispiel: Raum 4 mal 5 Meter
Wohnraum mit 2,50 Metern Höhe, eine Tür, ein Fenster, Gipsputz auf Ziegelmauerwerk.
- Umfang: 2 × (4 m + 5 m) = 18 m
- Wandfläche brutto: 18 m × 2,50 m = 45 m²
- Abzug Tür: 0,95 m × 2,00 m = 1,9 m²
- Abzug Fenster: 1,50 m × 1,30 m = 1,95 m²
- Wandfläche netto: 45 minus 3,85 = 41,15 m², gerundet 41 m²
- Menge bei 10 mm Gipsputz: 41 × 10 × 0,9 = 369 kg
- Mit 10 Prozent Zuschlag: 406 kg
- Sackzahl bei 30 kg: 406 ÷ 30 = 13,5, also 14 Säcke
- Decke zusätzlich: 20 m² × 8 mm × 0,9 = 144 kg, also 5 weitere Säcke
Für die Wände allein sind das rund 420 Kilogramm, mit Decke etwa 570. Eine Palette Gipsputz fasst je nach Hersteller 40 Säcke à 30 Kilogramm, also 1.200 Kilogramm. Ein Raum dieser Größe braucht damit gut die halbe Palette.
Dieselbe Fläche außen mit Kalkzementputz in 20 Millimetern gerechnet: 41 × 20 × 1,4 = 1.148 Kilogramm, also 39 Säcke à 30 Kilogramm. Der Unterschied zum Innenputz beträgt mehr als das Dreifache.
Untergrund, Mehrverbrauch und Vorbehandlung
Der gleiche Putz verbraucht sich je nach Wand sehr unterschiedlich.
| Untergrund | Mehrverbrauch | Vorbehandlung |
|---|---|---|
| Beton, glatt | keiner | Haftbrücke |
| Kalksandstein | 0 bis 5 % | meist keine |
| Ziegel, sauber vermauert | 5 bis 10 % | vornässen oder Grundierung |
| Porenbeton | 10 bis 15 % | Grundierung gegen Saugen |
| Altes Mauerwerk, offene Fugen | 15 bis 20 % | Fugen vorher schließen |
| Bruchstein, Mischmauerwerk | 20 bis 40 % | Ausgleichslage nötig |
Stark saugende Untergründe entziehen dem Putz Wasser, bevor er abbinden kann. Das Ergebnis sind Risse und eine mürbe Oberfläche. Eine Grundierung kostet wenig und spart Material, weil weniger Putz in die Wand gezogen wird. Die Menge dafür rechnest du unter Grundierung Verbrauch pro qm aus.
Bei Außenputz auf einem Wärmedämmverbundsystem, bei Rissen im Bestand oder bei feuchtem Mauerwerk gehört die Entscheidung über den Putzaufbau in die Hände eines Fachbetriebs. Ein falsch gewählter Putz auf einer feuchten Außenwand verschließt sie und macht das Problem größer.
Wie viel Putz brauche ich pro Quadratmeter?
Wie dick muss Innenputz aufgetragen werden?
Wie viele Säcke Putz sind auf einer Palette?
Muss ich die Fensterlaibung mitrechnen?
Warum reicht die berechnete Menge oft nicht?
Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Angaben ohne Gewähr · Kennwerte und Schichtdicken sind Richtwerte, maßgeblich sind das Datenblatt des Herstellers und der geprüfte Untergrund.
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