Ratgeber
Brennholz berechnen: Wie viel Holz brauchst du pro Winter?
Der Brennholzbedarf ergibt sich aus Heizleistung, Brenndauer und Betriebstagen, geteilt durch den Heizwert des Holzes. Mit dieser Rechnung weißt du schon im Frühjahr, wie viele Raummeter du bestellen musst.
Kurz gefasst
Ein Raummeter Buche liefert rund 2.100 kWh. Ein Kaminofen mit 7 kW verbraucht als Zusatzheizung etwa 1,7 Raummeter pro Winter, ein Scheitholzkessel als Hauptheizung rund 10 Raummeter. Fichte braucht etwa das 1,4-Fache an Volumen.
Holz wird nach Volumen verkauft, geheizt wird aber mit Energie. Genau an dieser Stelle verrechnen sich die meisten. Die folgenden Schritte führen dich vom Ofen auf dem Typenschild bis zur Bestellmenge in Raummetern.
Faustwert für lufttrockene Buche mit 20 Prozent Restfeuchte. Fichte liefert nur rund 1.500 kWh.
Typischer Jahresbedarf: Kaminofen als Zusatz 1,5 bis 3 Rm, Scheitholzkessel als Hauptheizung 8 bis 12 Rm.
Sicherheitszuschlag für kalte Winter, feuchte Chargen und die Anheizphasen im Herbst.
Wie lautet die Formel für den Brennholzbedarf?
Die Rechnung hat vier Zutaten. Drei stehen im Ofenprospekt oder in deinem Heizverhalten, die vierte kommt aus der Holzart.
Wärmebedarf in kWh = Heizleistung in kW × Brennstunden pro Tag × Betriebstage
Raummeter = Wärmebedarf ÷ Wirkungsgrad ÷ Heizwert je Raummeter
Die Heizleistung findest du auf dem Typenschild, meist zwischen 5 und 9 kW. Betriebstage sind die Tage, an denen der Ofen wirklich läuft, in Deutschland typischerweise 90 bis 140. Der Wirkungsgrad liegt bei modernen Öfen zwischen 78 und 85 Prozent, bei einem alten Kachelofen eher bei 60 Prozent.
Warum der Wirkungsgrad hineingehört: Der Ofen gibt weniger Wärme in den Raum ab, als im Holz steckt. Der Rest geht durch den Schornstein. Wenn du ihn weglässt, bestellst du rund ein Fünftel zu wenig.
Wie viel Energie steckt in Buche, Eiche und Fichte?
Der Heizwert je Kilogramm ist bei allen Holzarten fast gleich, rund 4,1 kWh bei 20 Prozent Restfeuchte. Der Unterschied entsteht über die Dichte: In einen Raummeter Buche passt deutlich mehr Masse als in einen Raummeter Fichte.
| Holzart | Heizwert je Raummeter | Gewicht je Raummeter |
|---|---|---|
| Buche | 2.100 kWh | rund 480 kg |
| Eiche | 2.000 kWh | rund 470 kg |
| Esche | 2.100 kWh | rund 480 kg |
| Birke | 1.900 kWh | rund 430 kg |
| Kiefer | 1.700 kWh | rund 390 kg |
| Fichte | 1.500 kWh | rund 350 kg |
Daraus folgt eine Preisregel: Fichte darf höchstens rund 70 Prozent des Buchenpreises kosten, sonst zahlst du für dieselbe Wärme mehr. Rechne beim Vergleich immer in Euro je Kilowattstunde, nicht in Euro je Raummeter.
Festmeter, Raummeter, Schüttraummeter: was gilt wo?
Drei Einheiten, drei Preise. Wer sie verwechselt, bestellt schnell ein Drittel zu wenig.
- Festmeter (Fm): ein Kubikmeter reines Holz ohne Zwischenräume, üblich im Waldverkauf.
- Raummeter (Rm): ein Kubikmeter gestapeltes Scheitholz mit Luft dazwischen.
- Schüttraummeter (SRm): ein Kubikmeter lose geschüttetes Holz, oft in Gitterboxen geliefert.
Die Umrechnung läuft über zwei feste Faktoren: 1 Festmeter entspricht 1,4 Raummeter und 2,0 Schüttraummeter. Rückwärts gilt: 1 Raummeter sind 0,7 Festmeter und rund 1,4 Schüttraummeter. Ein Schüttraummeter ist also nur rund 0,7 Raummeter wert.
Beispiel: Dir werden 3 Schüttraummeter angeboten. Das sind 3 × 0,7 = 2,1 Raummeter. Wer den Preis mit einem Raummeter-Angebot vergleicht, muss diesen Schritt zuerst machen.
Rechenbeispiel: Kaminofen mit 7 kW als Zusatzheizung
Ein typischer Fall: Wohnzimmerofen, der abends brennt, von Anfang November bis Mitte Februar. Schritt für Schritt.
- Wärme pro Tag: 7 kW × 4 Stunden = 28 kWh
- Wärme pro Winter: 28 kWh × 100 Betriebstage = 2.800 kWh
- Holzenergie bei 80 Prozent Wirkungsgrad: 2.800 kWh ÷ 0,8 = 3.500 kWh
- Menge Buche: 3.500 kWh ÷ 2.100 kWh je Rm = 1,67 Rm, also rund 1,7 Rm
- Mit 15 Prozent Reserve: 1,7 Rm × 1,15 = 1,96 Rm, praktisch 2 Raummeter
- In Schüttraummeter: 1,7 Rm × 1,4 = 2,4 SRm
Mit Fichte statt Buche sieht die vierte Zeile anders aus: 3.500 kWh ÷ 1.500 kWh je Rm = 2,3 Raummeter. Gleiche Wärme, gut ein Drittel mehr Stapelplatz.
Der Stapel für 2 Raummeter ist etwa 4 Meter lang, 1 Meter hoch und 0,5 Meter tief. Plane den Platz mit ein, bevor du bestellst.
Rechenbeispiel: Scheitholzkessel als Hauptheizung
Hier startest du nicht beim Ofen, sondern beim Wärmebedarf des Hauses. Den findest du in der letzten Gasabrechnung oder über die Heizlast.
- Wärmebedarf des Hauses: 18.000 kWh im Jahr, Warmwasser inklusive
- Holzenergie bei 85 Prozent Kesselwirkungsgrad: 18.000 kWh ÷ 0,85 = 21.176 kWh
- Menge Buche: 21.176 kWh ÷ 2.100 kWh je Rm = 10,1 Rm, also rund 10 Raummeter
- In Festmeter: 10 Rm × 0,7 = 7 Fm
- Gewicht: 10 Rm × 480 kg = 4.800 kg, also knapp 5 Tonnen
Bei einem Kessel mit Pufferspeicher liegt der Wirkungsgrad höher als beim Kaminofen, weil jeder Abbrand voll ausgenutzt wird. Ohne Puffer geht ein Teil der Wärme ungenutzt in den Schornstein, dann rechnest du besser mit 75 Prozent. Aus 18.000 kWh würden so 24.000 kWh Holzenergie und 11,4 Raummeter.
Wie stark drückt die Restfeuchte den Heizwert?
Frisch geschlagenes Holz hat 50 bis 60 Prozent Wassergehalt. Dieses Wasser muss beim Verbrennen erst verdampfen, und die Energie dafür fehlt dir als Wärme. Frisches Buchenholz liefert nur rund die Hälfte dessen, was lufttrockenes Holz bringt.
Die Erste Bundes-Immissionsschutzverordnung erlaubt in Kleinfeuerungsanlagen höchstens 25 Prozent Feuchte. Sinnvoll sind 15 bis 20 Prozent. Ein einfaches Holzfeuchtemessgerät kostet rund 20 Euro und zahlt sich nach einer Ladung aus.
Rechenprobe: Bei 30 Prozent Restfeuchte sinkt der Heizwert von Buche auf etwa 1.800 kWh je Raummeter. Aus dem Kaminofen-Beispiel werden dann 3.500 kWh ÷ 1.800 kWh = 1,9 Raummeter statt 1,7. Feuchtes Holz kostet dich also Menge, Schornsteinreinigung und Scheibenklarheit gleichzeitig.
Trocknungszeiten im gedeckten, luftigen Stapel: Fichte und Kiefer 12 bis 18 Monate, Birke rund 2 Jahre, Buche und Eiche 2 bis 3 Jahre. Eiche braucht am längsten, weil die Gerbsäure langsam ausgast.
Wie viel Reserve solltest du bestellen?
Plane 15 Prozent Zuschlag auf die berechnete Menge. Drei Gründe sprechen dafür: Kalte Winter verlängern die Heizsaison um zwei bis drei Wochen, das Anheizen verbraucht überproportional viel Holz, und die letzte Lage im Stapel ist oft feuchter als der Rest.
Wer selbst spaltet und lagert, sollte sogar zwei Jahresmengen vorhalten. Dann brennt immer die durchgetrocknete Charge, während die neue nachreift. Das ist der einzige Weg, verlässlich unter 20 Prozent Restfeuchte zu bleiben.
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Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Angaben ohne Gewähr · Heizwerte gelten für 20 Prozent Restfeuchte.
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