Ratgeber
Pelletbedarf berechnen: Wie viele Tonnen brauchst du im Jahr?
Ein Kilogramm Pellets liefert rund 4,8 Kilowattstunden. Teile deinen Jahresverbrauch in Kilowattstunden durch 4,8, und du hast die Menge in Kilogramm.
Kurz gefasst
Faustformel: Kilogramm Pellets = Jahresverbrauch in kWh ÷ 4,8. Ein Altbau mit 150 Quadratmetern braucht rund 30.000 Kilowattstunden Nutzwärme. Mit 85 Prozent Kesselwirkungsgrad sind das 35.300 Kilowattstunden Brennstoff und damit 7,35 Tonnen Pellets im Jahr. Dafür brauchst du gut 16 Kubikmeter Lagerraum.
Pellets werden in Tonnen bestellt, aber der Heizungsbedarf steht in Kilowattstunden auf der Abrechnung. Zwischen beiden Zahlen liegen zwei Umrechnungen. Hier stehen sie mit jedem Zwischenschritt.
Heizwert genormter Holzpellets. Die Norm fordert mindestens 4,6 kWh je Kilogramm, in der Praxis liegen die Werte bei 4,8 bis 5,0.
Zwei Kilogramm Pellets liefern 9,6 Kilowattstunden. Ein Liter Heizöl liegt bei rund 10. Wer vorher Öl hatte, verdoppelt einfach die Literzahl.
Schüttdichte im Lager. Eine Tonne belegt also rund 1,54 Kubikmeter Schüttvolumen, der Raum selbst muss größer sein.
Wie rechnest du den Pelletbedarf aus?
Die Rechnung läuft in drei Schritten: Nutzwärme, Brennstoffwärme, Masse.
Brennstoffwärme in kWh = Nutzwärme in kWh ÷ Jahresnutzungsgrad
Masse in kg = Brennstoffwärme in kWh ÷ 4,8
Die Nutzwärme ist das, was tatsächlich in Heizkörpern und Warmwasser landet. Der Kessel schafft das nicht verlustfrei. Ein moderner Pelletkessel kommt übers Jahr auf 80 bis 88 Prozent, ältere Anlagen auf 75 bis 80. Rechne mit 0,85, wenn du den genauen Wert nicht kennst.
Kommst du von einer Ölheizung, geht es kürzer: nimm die verbrauchten Liter mal zwei. Aus 3.000 Litern Heizöl werden rund 6.000 Kilogramm Pellets. Kommst du von Gas, teile die Kilowattstunden aus der Abrechnung durch 4,8 und rechne den Wirkungsgrad nicht doppelt ein, denn die Gasabrechnung ist bereits Brennstoffwärme.
Wie viele Kilogramm je Quadratmeter?
Ohne alte Abrechnung hilft der Gebäudezustand weiter. Die Werte in der Tabelle sind Endenergie, der Kesselverlust steckt also schon drin.
| Gebäudezustand | Endenergie je m² und Jahr | Pellets je m² und Jahr | Bedarf bei 150 m² |
|---|---|---|---|
| Altbau ohne Dämmung | 180 bis 250 kWh | 37 bis 52 kg | 5,6 bis 7,8 t |
| Altbau teilsaniert | 120 bis 160 kWh | 25 bis 33 kg | 3,8 bis 5,0 t |
| Haus ab Baujahr 2002 | 80 bis 110 kWh | 17 bis 23 kg | 2,5 bis 3,4 t |
| Neubau nach heutigem Standard | 40 bis 60 kWh | 8 bis 13 kg | 1,2 bis 1,9 t |
Die Spanne ist breit, und das hat Gründe: Nordlage, viele Außenwände, hohe Räume und offene Treppenhäuser treiben den Verbrauch. Wie du den Bedarf sauber statt über Faustwerte ermittelst, steht im Beitrag Heizlast berechnen.
Warmwasser und Wirkungsgrad einrechnen
Warmwasser läuft das ganze Jahr, auch im August. Rechne je Person 700 bis 900 Kilowattstunden im Jahr, bei sparsamem Verhalten weniger, bei Wanne und langen Duschen mehr. Ein Vierpersonenhaushalt landet damit bei rund 3.200 Kilowattstunden.
Diese Menge kommt auf die Heizwärme oben drauf, bevor du durch den Wirkungsgrad teilst. Bei der Warmwasserbereitung über den Pufferspeicher kommen im Sommer noch Bereitschaftsverluste dazu, weil der Kessel für kleine Mengen anspringt. Wer den Speicher richtig auslegt, hält diesen Posten klein: Pufferspeicher berechnen.
Rechenbeispiel: Altbau mit 150 Quadratmetern
Teilsanierter Altbau, 150 Quadratmeter beheizt, vier Personen, Pelletkessel Baujahr 2018.
- Heizwärme: 180 kWh/m² × 150 m² = 27.000 kWh
- Warmwasser: 4 Personen × 800 kWh = 3.200 kWh, gerundet 3.000 kWh
- Nutzwärme gesamt: 27.000 + 3.000 = 30.000 kWh
- Brennstoffwärme: 30.000 ÷ 0,85 = 35.294 kWh
- Pelletmenge: 35.294 ÷ 4,8 = 7.353 kg, also 7,35 Tonnen
- Schüttvolumen: 7.353 ÷ 650 = 11,3 m³
- Lagerraum brutto: 11,3 ÷ 0,7 = 16,2 m³
Zum Vergleich derselbe Grundriss als Neubau: 55 kWh/m² × 150 = 8.250 kWh Heizwärme plus 3.000 kWh Warmwasser ergibt 11.250 kWh. Geteilt durch 0,85 sind das 13.235 kWh, geteilt durch 4,8 rund 2.757 Kilogramm. Aus 7,35 Tonnen werden 2,76 Tonnen, also weniger als die Hälfte bei gleicher Wohnfläche.
Wie groß muss der Lagerraum sein?
Der Raum muss mehr fassen als das reine Schüttvolumen. Über dem Kegel bleibt Luft, unten sitzen Schrägböden für die Förderschnecke, und niemand fährt den Bunker bis auf das letzte Korn leer. Nutzbar sind grob 65 bis 70 Prozent des Rauminhalts.
Lagerraum in m³ = Jahresmenge in kg ÷ 650 ÷ 0,7
| Jahresbedarf | Schüttvolumen | Lagerraum brutto | Beispielmaß bei 2,2 m Höhe |
|---|---|---|---|
| 3 t | 4,6 m³ | 6,6 m³ | 2,0 × 1,5 m |
| 5 t | 7,7 m³ | 11,0 m³ | 2,5 × 2,0 m |
| 7,35 t | 11,3 m³ | 16,2 m³ | 3,0 × 2,5 m |
| 10 t | 15,4 m³ | 22,0 m³ | 3,5 × 2,9 m |
Plane das Lager lieber für anderthalb Jahresmengen. Dann kannst du im Sommer kaufen, wenn die Tonne günstig ist, und musst nicht im Januar nachbestellen. Gewebetanks und Sacksilos gibt es in festen Größen, meist zwischen 3 und 9 Tonnen.
Was kostet das im Jahr?
Lose Ware im Silowagen lag 2026 je nach Region und Abnahmemenge bei rund 300 bis 450 Euro je Tonne. Sackware kostet deutlich mehr, oft 450 bis 600 Euro je Tonne. Die Preise schwanken saisonal stark, im Frühsommer sind sie meist am niedrigsten. Prüfe den Tagespreis vor der Bestellung, die Spanne hier ist nur eine Einordnung.
Für die 7,35 Tonnen aus dem Beispiel liegen die Brennstoffkosten damit bei rund 2.200 bis 3.300 Euro im Jahr. Dazu kommen Wartung, Schornsteinfeger und Strom für Förderschnecke und Pumpen.
Typische Fehler beim Rechnen
- Wirkungsgrad doppelt: Wer die Kilowattstunden von der Gasrechnung nimmt, hat den Brennstoff schon, nicht die Nutzwärme.
- Warmwasser vergessen: Das sind schnell 10 Prozent der Jahresmenge.
- Schüttvolumen mit Raumvolumen verwechselt: Der Unterschied liegt bei rund 30 Prozent.
- Wohnfläche statt beheizter Fläche: Unbeheizte Keller und Nebenräume gehören nicht in die Rechnung.
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Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Angaben ohne Gewähr · Heizwerte und Verbrauchskennwerte sind Richtwerte, maßgeblich sind deine Abrechnung und das Datenblatt des Lieferanten.
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