Ratgeber
Wallbox Ladezeit berechnen: von 20 auf 80 Prozent
Ladezeit ist Energiemenge geteilt durch Ladeleistung, plus rund 12 Prozent für die Verluste. Der Rest ist die Frage, welche Leistung wirklich ankommt.
Kurz gefasst
Faustformel: Stunden = benötigte kWh × 1,12 ÷ Ladeleistung in kW. Ein Akku mit 58 Kilowattstunden braucht von 20 auf 80 Prozent 34,8 Kilowattstunden. Mit Verlusten zieht die Wallbox 38,98 aus dem Netz. An 11 Kilowatt dauert das 3 Stunden und 33 Minuten und kostet bei 35 Cent rund 13,60 Euro.
Die Angabe 11 kW Wallbox sagt noch nichts über die Ladezeit. Entscheidend ist, was das Auto annimmt und wie viel unterwegs als Wärme verloren geht. Beides steckt in der Rechnung unten.
Das liefern drei Phasen mit 16 Ampere. Gerechnet wird mit 400 Volt mal 16 Ampere mal Wurzel 3.
Ladeverluste im Bordlader, in der Batterie und im Kabel. Bei kleiner Leistung und Kälte eher am oberen Rand.
Kann das Auto nur einphasig 7,4 kW, lädt es auch an einer 22-kW-Wallbox mit 7,4 kW. Die Box wartet.
Wie rechnest du die Ladezeit aus?
Drei Schritte, mehr braucht es nicht.
Energie netto in kWh = Akkukapazität × Ladehub
Energie brutto in kWh = Energie netto × 1,12
Ladezeit in h = Energie brutto ÷ Ladeleistung
Der Ladehub ist der Anteil, den du nachlädst. Von 20 auf 80 Prozent sind das 0,6, von 10 auf 100 Prozent 0,9. Die brutto geladene Menge ist die, die über deinen Zähler läuft und die du bezahlst. Die netto geladene landet im Akku.
An der Wallbox bleibt die Leistung fast bis zum Schluss konstant, anders als an der Schnellladesäule. Deshalb passt die lineare Rechnung hier gut. Erst in den letzten Prozent regelt das Batteriemanagement herunter, das kostet je nach Fahrzeug 10 bis 30 Minuten extra.
Welche Ladeleistung kommt wirklich an?
Die Leistung ergibt sich aus Spannung, Stromstärke und Phasenzahl. Einphasig rechnest du 230 Volt mal Ampere, dreiphasig 400 Volt mal Ampere mal Wurzel 3, also mal 1,732.
| Anschluss | Formel | Ladeleistung | Reichweite je Stunde |
|---|---|---|---|
| Schuko-Notladung, 10 A | 230 V × 10 A | 2,3 kW | rund 11 km |
| 1-phasig, 16 A | 230 V × 16 A | 3,68 kW | rund 18 km |
| 1-phasig, 20 A | 230 V × 20 A | 4,6 kW | rund 23 km |
| 1-phasig, 32 A | 230 V × 32 A | 7,36 kW | rund 37 km |
| 3-phasig, 16 A | 400 V × 16 A × 1,732 | 11,08 kW | rund 55 km |
| 3-phasig, 32 A | 400 V × 32 A × 1,732 | 22,17 kW | rund 110 km |
Die Reichweite je Stunde ist mit 18 Kilowattstunden auf 100 Kilometer und 12 Prozent Verlust gerechnet. Fährst du sparsamer, kommt mehr heraus.
Warum 11 kW nicht immer 11 kW sind
Der Bordlader im Fahrzeug wandelt den Wechselstrom aus der Wallbox in Gleichstrom für die Batterie. Er ist der Flaschenhals. Viele Modelle laden serienmäßig nur einphasig mit 7,2 oder 7,4 Kilowatt, dreiphasige Bordlader mit 11 Kilowatt gibt es oft nur gegen Aufpreis. Wenige Fahrzeuge schaffen 22 Kilowatt.
Es gilt immer der kleinere der drei Werte: Absicherung der Leitung, Wallbox, Bordlader. Eine 22-kW-Box an einem 7,4-kW-Auto lädt mit 7,4 Kilowatt. Wer die Leistung erhöhen will, prüft zuerst das Datenblatt des Fahrzeugs, nicht den Katalog der Wallbox.
Rechenbeispiel: 58 kWh von 20 auf 80 Prozent
Kompaktwagen mit 58 Kilowattstunden nutzbarer Kapazität, dreiphasige Wallbox mit 11 Kilowatt, dreiphasiger Bordlader.
- Ladehub: 80 Prozent minus 20 Prozent = 60 Prozent, also 0,6
- Energie netto: 58 kWh × 0,6 = 34,8 kWh
- Verluste 12 Prozent: 34,8 × 1,12 = 38,98 kWh aus dem Netz
- Ladezeit: 38,98 ÷ 11 = 3,54 h, also 3 Stunden 33 Minuten
- Kosten bei 35 ct/kWh: 38,98 × 0,35 = 13,64 Euro
- Nachgeladene Reichweite: 34,8 ÷ 18 × 100 = 193 km
Dasselbe Auto an einer Schuko-Steckdose mit 2,3 Kilowatt: 38,98 ÷ 2,3 = 17 Stunden. Genau deshalb lohnt die feste Wallbox, sobald du regelmäßig zu Hause lädst.
Ladezeiten für gängige Akkugrößen
Alle Werte für 20 auf 80 Prozent, inklusive 12 Prozent Verluste.
| Akku | Nachladen netto | Aus dem Netz | 3,7 kW | 7,4 kW | 11 kW | 22 kW |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 58 kWh | 34,8 kWh | 38,98 kWh | 10 h 32 | 5 h 16 | 3 h 33 | 1 h 46 |
| 77 kWh | 46,2 kWh | 51,74 kWh | 13 h 59 | 7 h 00 | 4 h 42 | 2 h 21 |
| 100 kWh | 60,0 kWh | 67,20 kWh | 18 h 10 | 9 h 05 | 6 h 07 | 3 h 03 |
Was kostet eine Ladung?
Multipliziere die Brutto-Kilowattstunden mit deinem Arbeitspreis. Haushaltsstrom lag 2026 je nach Tarif bei rund 30 bis 40 Cent je Kilowattstunde, spezielle Wärmepumpen- und Autostromtarife darunter. Prüfe deinen eigenen Preis auf der letzten Abrechnung, statt mit einem Mittelwert zu rechnen.
Kosten je 100 km = Verbrauch in kWh/100 km × 1,12 × Arbeitspreis
Bei 18 Kilowattstunden auf 100 Kilometer und 35 Cent sind das 20,16 Kilowattstunden und damit 7,06 Euro je 100 Kilometer. Mit eigenem Solarstrom fällt der Wert deutlich, weil du nur die Einspeisevergütung als entgangenen Erlös gegenrechnest. Wie du deinen Gesamtverbrauch einordnest, steht im Beitrag Stromverbrauch berechnen.
Wie lange lädt ein E-Auto an 11 kW voll?
Warum lädt mein Auto langsamer als die Wallbox kann?
Wie hoch sind die Ladeverluste wirklich?
Was kostet eine volle Ladung zu Hause?
Reichen 11 kW oder brauche ich 22 kW?
Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Angaben ohne Gewähr · Ladeleistungen und Verluste sind Richtwerte, maßgeblich sind die Datenblätter von Fahrzeug und Wallbox.
Weitere Themen aus „Strom“